Was ist eigentlich Biogas?

Wenn Du auf HEUMIs Hof fährst, siehst Du links einen großen Berg mit Silage. Geh ruhig mal hinüber und schau ihn Dir genauer an.

Man kann kaum glauben, dass Gras so interessant aussehen kann, findet Ihr nicht? Weil diese Silage so tolle Strukturen aufweist, hat eine Fotografin daraus sogar ein Kunstwerk gemacht und herumgefragt, was das Bild zeigt. Bis jetzt hat’s niemand erraten …

Was machen wir damit? Du weißt ja, unsere Kühe erhalten Heu und Gras sowie sehr gezielt Kraftfutter, niemals aber Silage!

Dieser Berg ist reine Energie. Unter anderem Silage ist das „Futter“ für unsere Biogasanlage. Du kannst sie nicht übersehen, es ist die große grüne Anlage, die auf unserem Hof steht. In den beiden großen runden Tanks mit den schwarzen „Beulen“ beginnt der Inhalt mit der Zeit zu gären. Dabei entsteht Methan, das so viel Kraft hat, dass es einen Motor antreiben kann, die wiederum Strom macht. Den Strom speisen wir ins Netz ein, die Wärme, die sozusagen als Nebenprodukt entsteht, nutzen wir selbst. Neben der Silage werden auch alle Exkremente, die in bei Viehhaltung natürlich anfallen, in die Biogasanlage eingespeist.

Doch eine Biogasanlage ist wählerisch! Ihr geht’s wie uns Menschen: Sie mag nicht alles essen und verträgt auch nicht alles. Man muss genau Bescheid wissen, was wann und in welcher Form „gefüttert“ werden darf, damit es der Anlage gut geht und sie problemlos arbeitet. Das bedeutet auch, dass rund um die Uhr jemand erreichbar sein muss, sollte es Probleme geben. Schließlich möchte niemand in Hurlach, dass am Sonntagabend plötzlich der Fernseher ausgeht!

Irgendwann ist die Energie „raus“ und es bleibt – Abfall? Keineswegs! Denn in dem, was nach der Stromgewinnung übrig bleibt, steckt noch alles an wertvollen Inhaltsstoffen, die Landwirte als Dünger schätzen. Wir als Biobetrieb düngen unsere Felder und Wiesen so sparsam wie möglich, um das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ertrag und Umwelt- sowie Gewässerschutz zu gewährleisten.  Das bedeutet, dass wir nach Plan und sehr gezielt düngen. Dafür nutzen wir moderne Ausbringfahrzeuge. Apropos Fahrzeuge: Die stelle ich Dir demnächst vor. Schau einfach mal wieder vorbei!

Was ist eigentlich Käse?

Schau Dir doch mal die Grafik an. (Wenn Du draufklickst, wird sie größer.) Du kannst sehen, was aus Milch werden kann: Butter, Käse, Joghurt, Quark und vieles mehr. Unsere Heumilch ist garantiert bio und wird direkt auf unserem Hof melkfrisch verarbeitet. Kein Transport, kein Mischen mit anderer Milch, keine industrielle Verarbeitung – Du hast mein Wort!

 

Und wie macht man Käse?

Käse ist ein festes Milcherzeugnis, das (bis auf einige Ausnahmen) durch Gerinnen aus Kasein hergestellt wird. Es ist das älteste Verfahren zur Haltbarmachung von Milch und deren Erzeugnissen. Der erste Käse wurde wahrscheinlich bereits ab dem 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung produziert; erste Funde und damit Belege für verschiedene fachmännisch hergestellte Käsesorten werden auf 5.500 v. Chr. datiert.

Für die Herstellung von einem Kilogramm Käse werden je nach Käsetyp zwischen vier und 16 Liter Milch benötigt. Über 5.000 verschiedene Käsesorten gibt es weltweit und bereits anhand des Herstellungsverfahrens lassen sich mehrere Arten unterscheiden. Die häufigsten sind Sauermilchkäse (z.B. Hütten- und Frischkäse), Labkäse (Hart-, Schnitt- und Weichkäse) und Molkeneiweißkäse wie der beliebte italienische Ricotta.

Käseherstellung ist Handwerk und Kunst

Weil die Käseherstellung nicht nur eine Wissenschaft ist, sondern auch Kunst, haben wir Thierry. Der ist Franzose und liebt Käse. Er hat viele tolle Ideen, testet gern Neues in unserer eigenen Käserei. Thierry freut sich, wenn Du ihm erzählst, welcher Käse Dir besonders gut schmeckt. (Ein Geheimtipp: Du musst unbedingt seinen sensationellen Mozzarella probieren! Und der Camembert erst … mmmh …)

 

 

Quelle der Grafik: Wikipedia/WikiNight/CC BY-SA 3.0

Was ist eigentlich Heu?

Heu ist getrocknetes Gras. Fachmännischer erklärt ist es die getrocknete oberirdische Biomasse von Grünlandpflanzen wie Gräsern und Kräutern. Sauberes Heu ist grün bis graugrün und riecht intensiv nach Kräutern und keinesfalls staubig oder gar modrig. Es ist weich und beinhaltet kein Stroh.

Als Stroh bezeichnet man, was nach dem Dreschen von Getreide übrig bleibt – also Stängel und leere Hülsen. Auch Stroh ist für unsere Form der Viehhaltung wertvoll, denn auf HEUMIs Hof liegen die Kühe auf Stroh und keinesfalls auf nacktem Beton (außer sie wählen ihre Liegeplätze bewusst auf dem im Sommer angenehm kühlen Boden).

Was ist Heu und wie entsteht es?

Eines Tages im frühen Sommer entscheidet Stefan, dass eine Wiese für die erste Mahd ansteht. Würde er traditionell arbeiten, müsste er nun mähen, das Grüngut mehrere Tage in der Sonne liegen lassen und während dieser Zeit mehrmals verteilen und wenden. Abends würde er es wieder zu Haufen oder sogenannten Schwaden zusammenrechen, um zu verhindern, dass Tau das Heu wieder durchfeuchtet, und morgens müsste er es erneut ausbreiten.

Du ahnst schon, dass dieses Vorgehen nicht nur eine Menge Arbeit bedeutet und das Risiko eines plötzlichen Wetterwechsels besteht. Dazu kommt, dass bei der Bodentrocknung durch die häufige Manipulation Schäden am Heu entstehen. Feine Halme und Blätter knicken und bröseln, rieseln auf den Boden und bleiben dort ungenutzt liegen. Das bedeutet, dass nicht nur Material verloren geht, sondern wertvolle Nährstoffe.

Wenn Du schon einmal im Allgäu oder in Vorarlberg warst, hast Du vielleicht gesehen, dass Heu auch auf Gerüsten getrocknet werden kann. Das sieht dann aus, als würden Indianerzelte auf den Wiesen stehen. Dieses traditionelle Vorgehen verhindert die oben beschriebenen Verluste, bedeutet aber stundenlange Handarbeit, für die viele Helfer gebraucht werden.

Zwischenfrage: Ist Silage eine Alternative?

Silage (auch Gärfutter genannt) ist gemähtes und gleichzeitig gehächseltes Gras, Mais oder Getreide, das durch Milchsäuregärung konserviert wurde. Als Hilfsmittel werden meist Bakterien hinzugegeben. Sicher hast Du schon diese großen Berge gesehen, die mit Planen abgedeckt sind oder in Folie gewickelte Rundballen. Früher wurde das Futter in gemauerten Hochsilos gelagert, das ist jedoch nicht mehr verbreitet. Die Vorteile von Silage liegen auf der Hand: Schnelle und kostengünstige Verarbeitung, Wetterunabhängigkeit, hohe Leistungsfähigkeit des Futters.

Wir auf HEUMIs Hof verzichten aus Überzeugung auf die Fütterung mit Silage. Wenn Du uns besuchst, wirst Du zwar auch einen großen Silageberg sehen, doch mit dem mästen wir ausschließlich die Biogasanlage. Du kannst sie nicht verfehlen, sie steht mitten auf dem Hof. In den großen Schlund, auf dem bezeichnenderweise „Vielfraß“ steht, wandert neben Silage noch anderes, aber dazu erzähle ich Dir hier mehr. Wichtig an dieser Stelle ist, dass unsere Kühe keine Silage zu fressen bekommen.

Zurück zum Heu: Wie wird’s denn nun gemacht?

Ab dem Frühsommer fährt Stefan täglich zum Mähen raus, denn unsere Kühe lieben frisches Gras! Doch auch das Heumachen muss ein Landwirt im Auge behalten, denn spätestens im Herbst müssen die Futterlager für den Winter gefüllt sein. Also mäht Stefan einen Teil unserer Wiesen und verfüttert das Gras; ein anderer Teil ist für Heu vorgesehen.

Nur den ersten Schnitt nennt man, sobald er getrocknet ist, Heu. Der zweite heißt Grummet und wird im Sommer gemäht. Ab dem dritten bis zum maximal sechsten Schnitt des Jahres gibt es keine offiziellen Namen mehr.

Weil wir auf HEUMIs Hof Bodentrockung nicht ideal finden, fährt Stefan das Gras nach Hause und trocknet es dort. Dafür haben wir eine eigene Trocknungsanlage (eigentlich Entfeuchtungsanlage genannt), für die wir die Wärme unserer eigenen Biogasanlage nutzen. Sie fällt sozusagen als Nebenprodukt ab. Damit haben wir nicht nur nährstoffreiches, sauberes, trockenes und damit leckeres und gesundes Heu, sondern auch noch gespart: Viele Runden mit dem Heuwender über die Wiesen zu fahren, kostet Zeit und Geld und belastet die Umwelt.

 

 

Was ist eigentlich „Heumilch“?

Als Heumilch bezeichnet man Milch von Kühen, die – wie der Name bereits ahnen lässt – Grünfutter in frischer oder getrockneter Form bekommen. Während der Vegetationszeit fressen Kühe natürlich frisches Gras. Im Winter erhalten sie Heu, Grumet und Kraftfutter. Letzteres erhalten sie ausschließlich individuell und perfekt abgestimmt auf ihre Bedürfnisse. Gesteuert wird dies elektronisch über einen Chip, den jede Kuh an ihrem Halsband trägt.

Aber was bedeuten denn nun diese verschiedenen Begriffe?

  • Heu ist getrocknetes Gras des ersten Schnitts.
  • Grumet nennt man Heu ab dem zweiten Schnitt.
  • Kraftfutter besteht aus Getreide- und Eiweißpflanzen.

Was Heu genau ist und wie es produziert wird, erkläre ich Dir hier.

Eine Reihe von Regelungen und Verboten

Silage, also vergorenes Gras oder vergorener Mais sowie feuchtes Heu, ist auf Heumilch-Höfen nicht nur verpönt, sondern gemäß EU-Regelung untersagt. Ebenfalls verboten sind:

  • Nebenprodukte von Brauereien, Brennereien, Mostereien und anderen
  • Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie wie Nass-Biertreber oder Nass-Schnitten. Ausnahme: Trockenschnitte und Melasse als Nebenprodukt der Zuckerherstellung und Eiweißfuttermittel aus der Getreideverarbeitung im trockenen Zustand
  • Futtermittel in eingeweichtem Zustand an Muttertiere
  • Futtermittel tierischen Ursprungs (Milch, Molke, Tiermehle usw.) mit Ausnahme von Milch und Molke an Jungvieh
  • Fütterung von Garten- und Obstabfällen, Kartoffeln und Harnstoff

Jedoch  ist nicht nur auf Futter und auf dessen Herstellung zu achten, sondern auch Haltungs- und Düngevorschriften sowie Wartezeiten bei Fütterungsänderung zu befolgen.

Heumilch ist nicht generell „bio„. Erst wenn sich ein Landwirt mindestens den  Haltungs- und Produktionsauflagen der EU unterwirft, darf er ein Bio-Siegel führen. Auf HEUMIs Hof wirtschaften wir gemäß der strengen und kontrollierten Regeln von Naturland. Mehr zu diesem Thema findest Du hier.

Ist Heumilch eine Modeerscheinung?

Heumilch ist keinesfalls neu, im Gegenteil. Das Füttern mit Gras und Heu ist so alt wie die Rinderhaltung, also natürlich, gesund und traditionell. Mehrere wissenschaftliche Studien bestätigen der Heumilch im Vergleich zur Standardmilch höhere Werte an Omega-3-Fettsäuren und an conjugierten Linolsäuren (CLA). Natürlich gilt das nicht nur für unsere Milch, sondern auch für den aus unserer Milch hergestellten Käse.

Wenn Du hierzu mehr wissen willst, schreib uns oder frag uns, wenn Du uns auf dem Hof besuchst.

 

Was ist eigentlich „bio“?

Lebensmittel müssen aus ökologischer und kontrollierter Produktion stammen, um die Chance zu haben, „bio“ genannt werden zu dürfen. Warum ich das so kompliziert schreibe hat den Grund, dass nicht jeder Landwirt, der beispielsweise auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichtet, sein Getreide als „bio“ verkaufen darf. Anders formuliert: Kein Produzent, der nicht dauerhaft die strengen Regeln der EU einhält, darf den gesetzlich geschützten Begriff „bio“ verwenden. Das Bio-Siegel der EU darf entsprechend nur führen, wer alle Anforderungen erfüllt.

Was es unter anderem zwingend zu beachten gilt:
  • keine Anwendung von Gentechnik
  • kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm
  • artgerechte Tierhaltung gemäß EG-Öko-Verordnung
  • keine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika
  • keine Gabe von Wachstumshormonen
  • keine Bestrahlung von Lebensmitteln mit Ionen
  • weniger Lebensmittelzusatzstoffe als herkömmlich hergestellte Produkte
Augen auf beim Lebensmittelkauf!

Wenn „bio“ draufsteht, ist sauberes, gesundes, natürliches, nachhaltig, tier- und umweltschonend hergestelltes Lebensmittel drin. Darauf kann man sich als Verbraucher verlassen. Doch gilt das auch für Nahrungsmittel, auf denen „Natur“ oder „natürlich“ steht? Nein! Im Gegensatz zu „bio“ ist dieser Begriff nicht geschützt. Jeder kann seine Produkte „natürlich“ nennen. Es gilt also, auf die einschlägigen Siegel zu achten.

Welche Siegel gibt es?

Eine Reihe von Bio-Siegeln garantiert die Einhaltung von Gesetzen und Regeln. Das Wichtigste ist das Bio-Siegel der Europäischen Union, das am 1. Juli 2010 eingeführt wurde. Es stellt den Standard sicher, an dem sich die Mitgliedsländer orientieren müssen. Mittlerweile schließen sich auch Nicht-EU-Länder an das Lebensmittelrecht der EU an, weil dessen Qualität einen echten Wettbewerbsvorteil bietet.

Auch das deutsche Bio-Siegel sollte man als Verbraucher kennen. Es wurde 2001 eingeführt und garantiert mindestens die Einhaltung der Standards der EU, geht in einigen Aspekten jedoch darüber hinaus. Während das EU-Siegel verpflichtend ist, kann das deutsche Bio-Siegel zusätzlich beantragt und geführt werden. 

Doch wer schon einmal ein Bio-Siegel auf einer Mango oder Banane gesehen hat, ahnt, dass bio nicht zwangsläufig Nachhaltigkeit bedeutet. Diese Früchte mögen bei der Produktion ökologische Standards erfüllen, doch ihre Reise von Südostasien oder Südamerika nach Deutschland ist alles andere als umweltschonend. Es lohnt also, sich auf regionale Lebensmittel zu konzentrieren, die nicht nur bei der Herstellung, sondern auch beim Transport die Umwelt im Auge behalten.

Hier kommen die Verbände ins Spiel, denen EU- und deutsches Bio-Siegel nicht weit genug gehen. Die bekanntesten und nach strengsten Regeln vergebenen sind unter anderem Naturland, Bioland und Demeter. Unser Hof hat sich Naturland angeschlossen.

Naturland-Richtlinien gab es bereits, bevor die ersten gesetzlichen Regelungen der EU zum ökologischen Landbau verabschiedet wurden – und sie gehen weit über die Standards der EU hinaus. Diese Anforderungen erfüllen wir gern, denn uns liegt das Wohl unserer Tiere am Herzen.